Was ist eine Streichmühle? (Definition)

Ich bin neulich durch Dollerup durchgekommen, wo ein Ortshinweisschild für “Streichmühle” war. Wo ich mich fragte: Was könnte das nun sein? Eine Mühle für Farben? Oder vielleicht eine Mühle für Landstreicher? Eine schnelle Internetsuche ergab – nichts. Selbst das Grimmsche Wörterbuch kannte den Begriff nicht. Es kannte dafür aber die Streichmaschine:

Streichmaschine, f., zur mechanischen verrichtung der tätigkeit des streichens; zu streichen B 6; meist krempel- oder kratzmaschine zum streichen (krempeln) der wolle

www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=S51652

Aha, Textilienherstellung also. Ein schneller Blick ins Internet zeigt Streichgarn, in dessen Entstehungsprozess die Arbeitsprozesse Krempelwolf, Krempelsatz und Kratzen vorkommen – die alle in der Vor- und Frühindustriellen Zeit durch Mühlen betrieben werden könnten.

Diese Theorie ist unterstützt durch diesen Satz im Artikel der Wuppertaler Ohlingsmühle:

Erwähnt wurde die Mühle erstmals 1657 als eine Streichmühle zur Baumwoll-Linters-Herstellung. Die Mühle war 1688 als Ölmühle und 1867 als Getreidemühle in Gebrauch.[1]

https://de.wikipedia.org/wiki/Ohligsm%C3%BChle_(Wuppertal)

Ich würde behaupten, dass wir hiermit uns eine Definition basteln können.

Definition: Streichmühle

Streichmühle, f., historische wind- oder wasserbetriebene Maschine in der Textilherstellung, vgl. → Streichgarn